Kern: Kultusministerin soll auf die Bevormundung der Kindergärten und Kitas verzichten / Geplante Schwerpunkte gehen in weiten Teilen an den Bedürfnissen vor Ort vorbei

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Kern: Kultusministerin soll auf die Bevormundung der Kindergärten und Kitas verzichten / Geplante Schwerpunkte gehen in weiten Teilen an den Bedürfnissen vor Ort vorbei Timm Kern - timmkern.de
(BPP) Zu den Planungen der Kultusministerin im Bereich der frühkindlichen Bildung sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern: „Dass die Kultusministerin in die Qualität der frühkindlichen Bildung investieren will, begrüßt die FDP/DVP Fraktion ausdrücklich. Die gewählten Schwerpunkte gehen aber aus unserer Sicht in weiten Teilen an den Bedürfnissen der Kinderbetreuungseinrichtungen vorbei. So erhalten die Tageseltern nur eine Erhöhung ihrer laufenden Geldleistung um einen Euro für Kinder über drei Jahren. Die meisten Kinder in Kindertagespflege sind jedoch unter drei Jahren. Deshalb macht die Erhöhung insgesamt nur 2,83 Millionen Euro aus.

Angesichts des jüngsten Hilferufs der um Nachwuchs ringenden Tageseltern kann man diesen Tropfen auf den heißen Stein nur als geizig bezeichnen. Außerdem ist von den rund 80 Millionen Euro, die das Land im Endausbau zusätzlich investieren will und die dem Finanzvolumen des mittlerweile gekippten grün-schwarzen Kinder-Bildungs-Passes für ein beitragsfreies letztes Kindergartenjahr entsprechen, nichts für die Leitungszeit der Kindergarten- und Kita-Leitungen vorgesehen. Die Landesregierung bekundet lediglich, dass sie sich für die Finanzierung der Leitungszeit über in Aussicht gestellte Bundesmittel einsetzen will. Offensichtlich hat die Landesregierung keinen Plan, wann und wie die Leiterinnen und Leiter die Qualität in ihren Einrichtungen voranbringen sollen. Im Bereich der Inklusion soll statt der gezielten Unterstützung der Einrichtungen ein mobiler Fachdienst mit Qualitätsbegleitern eingesetzt werden, was den Einrichtungen die ohnehin knappen Fachkräfte entziehen dürfte. Zentralistischen Geist atmet schließlich auch das neue ‚Forum frühkindliche Bildung‘, das ebenfalls als Beratungsorgan fungieren soll. Wenn der Kultusministerin an einer echten Qualitätsentwicklung gelegen wäre, würde sie auf Bevormundung der Kindergärten und Kitas verzichten, die Einrichtungen in ihrer Eigenverantwortung stärken, den Orientierungsplan für eine frühe Pädagogik endlich verbindlich machen und ein unabhängiges Institut mit der Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung betrauen.“

Quelle: FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg

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