Artensterben ist die zweite große ökologische Krise unserer Zeit – Grüne Bundestagsfraktion beantragt Aktuelle Stunde

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Artensterben ist die zweite große ökologische Krise unserer Zeit – Grüne Bundestagsfraktion beantragt Aktuelle Stunde Steffi Lemke - Deutscher Bundestag - Achim Melde
(BPP) Zum Abschluss und Ergebnis des Welt-Artenschutz-Rates (IPBES) in Paris erklärt Steffi Lemke, Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutzpolitik: Der Bericht des Weltartenschutzrats ist dramatisch: Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Die Bundesregierung muss das Artensterben endlich als globale Bedrohung ernst nehmen. Deshalb machen wir den Weltartenschutzbericht zum Thema im Deutschen Bundestag. Wir haben heute eine Aktuelle Stunde mit dem Titel „Nach dem globalen Report zur Artenvielfalt - politische Konsequenzen aus dem verheerenden Artensterben“ beantragt. Das Artensterben ist die zweite große ökologische Krise unserer Zeit. Zum Schutz unseres lebenswichtigen Ökosystems braucht es entschlossenes Handeln. Abwarten ist keine Lösung. Der Bericht des Rates ist ein Appell an die Weltgemeinschaft, aber auch die Bundesregierung, das Artensterben als globale Bedrohung analog zur Klimakrise endlich ernst zu nehmen.
 
Es braucht eine Trendwende für den Artenschutz. Die Bundesregierung muss handeln, bevor der Frühling verstummt und Felder und Wälder leer sind.
 
Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichen bei weitem nicht aus, das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen bis 2020 zu stoppen. Ganz im Gegenteil: die Bundesregierung subventioniert mit Milliarden die voranschreitende Naturzerstörung. Wir brauchen eine Trendwende im Artenschutz, die den größten Verursachern des Artensterbens Einhalt gebietet. Statt hunderte Pestizide ohne Prüfung zuzulassen, braucht es für den Erhalt unserer Artenvielfalt eine Agrarwende und einen Ausstieg aus Ackergiften wie Glyphosat und Neonikotinoiden und eine bessere Umsetzung und Finanzierung des Naturschutzes.
 
Es darf keine Ausreden mehr geben, nicht zu handeln: mit dem Bericht von Paris liegt ein wissenschaftlich fundiertes Papier auf dem Tisch, das zeigt, wie die Weltgemeinschaft an den Nachhaltigkeitszielen, dem Klimaabkommens von Paris und den Zielen zur Biodiversität scheitern wird. Der Bericht muss nun wichtiger Wegbereiter für den Post-2020-Prozess sein und den Verhandlungen um die Nachfolgeabkommen zum Schutz der Biodiversität den nötigen Schub geben, um ein ehrgeiziges Folgeabkommen zu ermöglichen.

Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag

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