Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Unwissenheit und teils offene Ablehnung prägen Bild von Sinti und Roma

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(BPP) Studie entspricht nicht der Realität. Sinti sind seit über 600 Jahren in Deutschland zu Hause und leben in guter Nachbarschaft mit den anderen Deutschen zusammen. Wir sehen in dieser Studie die Gefahr, dass sich die Öffentlichkeit gegen uns Sinti wendet, da durch den künstlich konstruierten Doppelbegriff „Sinti und Roma“, der Eindruck vermittelt wird, dass Roma = Sinti sind. Wir fordern deshalb die Antidiskriminierungsstelle des Bundes dringend auf, den Begriff „Sinti“ aus dieser Studie herauszuhalten.

Wir fragen uns, ob sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma bzw.  die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, keine Gedanken darüber machen, welche Folgen das für uns deutschen Sinti hat, oder ob sie dies einfach aus vereinspolitischen oder persönlichen Gründen ignorieren?

Es wird ohne Unterlass behauptet, Sinti seien als Nachbarn sehr unbeliebt, oder eher unangenehm. Sinti würden die geringsten Sympathien entgegengebracht und dass Sinti durch ihr Verhalten Feindseligkeiten hervorrufen. Wir sind der Meinung, dass wir seit Jahrzehnten sehr gut mit unseren Nachbarn zusammenleben. Auch ist es falsch, dass jeder zweite Befragte in Einreisebeschränkungen ein probates Mittel für ein besseres Zusammenleben sieht. Wir Sinti müssen nicht einreisen. Wir leben hier in Deutschland, sind seit über 600 Jahren hier zu Hause. Länger vielleicht als die Vorfahren vieler anderer Deutschen. Wir fordern die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und deren Leiterin Frau Christine Lüders, hiermit unmissverständlich auf, uns aus dieser unseriösen Studie herauszuhalten und uns Sinti mit solchen Aktionen nicht immer wieder zu stigmatisieren bzw. als Opfer darzustellen und hierdurch bei Teilen der Mehrheitsbevölkerung als Feindbild aufzubauen. Denn dies geschieht hierdurch, auch wenn es nicht gewollt sein sollte. Durch die Art der Fragestellung in dieser Studie, wird den Befragten suggeriert, auch wir Sinti würden hier in Deutschland einreisen und um ein Bleiberecht bitten. (Unwissenheit oder Absicht?) egal, die Folgen sind schwerwiegend.

Die permanente, aber dennoch falsche Darstellung durch den Zentralrat – aber auch in dieser Studie – Sinti -und- Roma seien ein Volk mit gleicher Kultur und Herkunft, führt zu schlimmen Folgen für uns Sinti.  Auch geschichtlich und politisch werden in dieser Studie an die deutsche Öffentlichkeit fatale Fehlinformationen weitergeleitet. Und solche Fehlinformationen bereiten ebenfalls den Nährboden für Diskriminierungen und Schlimmeres.

Des Weiteren mahnen wir abermals an, dass wir als eine der von der Bundesregierung anerkannte Dachverband für die Interessen der deutschen Sinti, weder bei den Vorbereitungen, noch bei der Ausführung, hinzugezogen wurden. Diese Erklärung, werden wir als persönlichen, wie auch als offenen Brief an die politischen Ansprechpartner in Berlin und an die Deutsche Presse veröffentlichen.

Sinti Allianz Deutschland e.V
Ricardo Laubinger
Hildesheim
Ricardo Lenzi Laubinger
Wiesbaden
Rigoletto Mettbach
Düsseldorf
Manja Weiss
Göttingen
-Vorstand-

Quelle: sinti-allianz.de

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