Gesundheitsministerin Golze ist empört über falsche und Angst schürende Aussagen des Chefs der niedergelassenen Ärzte

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(BPP) Diana Golze reagiert empört auf die Behauptung von KV-Chef Helming, die medizinische Versorgung von Asylsuchenden laufe chaotisch und die Ärzte in Eisenhüttenstadt seien überfordert: „Vor dem Hintergrund brennender Turnhallen ist es höchst verantwortungslos, mit falschen Behauptungen Vorbehalte gegen Asylsuchende zu schüren und in der Brandenburger Bevölkerung Angst zu verbreiten. Die Aussagen von Hans-Joachim Helming, die Ärzte in Eisenhüttenstadt seien hoffnungslos überfordert und würden ansteckende Krankheiten übersehen, sind schlichtweg falsch. Erst kürzlich habe ich mir im Gespräch mit den Medizinern im Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt ein eigenes, ganz anderes Bild machen können. Die Ärztinnen, Ärzte und Schwestern engagieren sich sehr, um genau das auszuschließen, was Helming fälschlicherweise behauptet. Fakt ist: Asylbewerberinnen und Asylbewerber werden gut versorgt und sie stellen keine gesundheitlichen Risiken dar. Es ist nicht nur falsch, sondern auch unverantwortlich, sie als gesundheitliches Risiko darzustellen.“

Täglich können im Krankenhaus Eisenhüttenstadt bis zu 150  asylsuchende Personen erstuntersucht werden. Pro Monat sind das mehr als 3000. Dafür stehen 3 Behandlungsräume zur Verfügung. Zum Ausschluss einer Tuberkuloseerkrankung erfolgt entweder eine Röntgenaufnahme der Lunge oder eine Labordiagnostik. „Es wird kein Asylsuchender weiterverlegt, bei dem nicht eine Untersuchung zum Ausschluss einer Tuberkulose erfolgt ist“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Krankenhaus Eisenhüttenstadt, Dr. Kretzschmar. Bei auffälligen Befunden werde zunächst eine weitere Diagnostik und ggf. eine Behandlung eingeleitet.

Der Leiter der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt Nürnberger betont: „Trotz der seit Juli noch einmal deutlich gestiegenen Zugangszahl, laufen die Erstuntersuchungen durch das Krankenhaus Eisenhüttenstadt stabil. Aktuell werden alle neu eintreffenden Asylsuchenden bereits am Tag ihrer Ankunft ärztlich untersucht. Wir sind mit dem Ablauf der Untersuchungen – und dazu gehört auch das Röntgen – derzeit sehr zufrieden.“

Der Aussage von KV-Chef Helming, mehrere Fälle von Tuberkulose seien in Eisenhüttenstadt durchgerutscht, tritt auch die Amtsärztin des Landkreises Dahme-Spreewald Dr. Astrid Schumann entgegen. „Die medizinische Versorgung der Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis wird sehr engagiert von den niedergelassenen Hausärzten und Fachärzten in der Region in Zusammenarbeit mit den Rettungsstellen der Krankenhäuser gewährleistet. Dass Tuberkulosefälle in Eisenhüttenstadt durchrutschen, ist mir für den Landkreis Dahme-Spreewald nicht bekannt.“
 
Karin Klöpper, Allgemeinmedizinerin in Bestensee, behandelt in ihrer Praxis auch Asylbewerber und Flüchtlinge: „In meiner Praxis habe ich auch ausländische Patienten, bei denen eine Tuberkulose bei der Erstuntersuchung in Eisenhüttenstadt festgestellt wurde und die stationäre Behandlung in Eisenhüttenstadt sofort stattfand. Angekommen im Landkreis Dahme-Spreewald und damit auch in meiner Praxis zur Weiterbehandlung sind diese Personen erst nach einer ordentlich abgeschlossenen stationären Behandlung.“

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
des Landes Brandenburg
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