Schulunterricht für Flüchtlingskinder: Baaske: Schulen bekommen Unterstützung

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(BPP) Die Zahl der Kinder und Jugendlichen aus Flüchtlings- und asylsuchenden Familien nimmt weiter stark zu. Darauf wies heute Bildungsminister Günter Baaske bei seinem Besuch der Weidenhof-Grundschule in Potsdam hin, in der derzeit 47 Kinder aus diesen Familien unterrichtet werden. Der Grundschule attestiert Baaske eine „seit vielen Jahren hervorragende und erfolgreiche Arbeit mit Kindern aus anderen Nationen. Das Kollegium hat – mit wunderbarer Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern – die Chancen aus der starken Zuwanderung erkannt und ein herausragendes Profil entwickelt.“
 
Mit Stand vom 1. September waren etwa 4.300 fremdsprachige Schülerinnen und Schüler an Brandenburgs öffentlichen Schulen, die als „Einzugliedernde“ einer besonderen Förderung bedürfen. Dies sind bereits 3.200 mehr als nach der bisherigen – und für die Haushaltsaufstellung 2015/16 entscheidenden - Schülermodellrechnung. Mitte Oktober wird das Ministerium aktuelle Zahlen vorlegen. Baaske: „Bis dahin rechnen wir mit einer weiteren deutlichen Zunahme.“
 
Bisher gelinge es in der Regel, allen Kindern und Jugendlichen bereits kurz nach ihrer Ankunft aus der Erstaufnahmeeinrichtung in einer Brandenburger Kommune einen geeigneten Schulplatz anzubieten. Baaske: „Alle Beteiligten leisten dabei eine hervorragende Arbeit – einschließlich immer wieder notwendiger Improvisationskunst.“
 
Nachdem zu ihrer Unterrichtung im Jahr 2015 bereits über 100 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt wurden, sind jetzt 240 zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen vorgesehen Einem entsprechenden Antrag von Finanzminister Christian Görke und Bildungsminister Günter Baaske stimmte der für Haushalt und Finanzen des Landtages am vergangenen Donnerstag zu.
 
Baaske: „Wir wollen damit gewährleisten, dass die Flüchtlingskinder unterrichtet werden können, ohne dass der übliche Unterricht durch mögliche Personalengpässe eingeschränkt werden muss. Jetzt ist entscheidend, dass wir diese zusätzlichen Lehrkräfte möglichst schnell an unsere Schulen bekommen, um dort für Entlastung zu sorgen. Das wird nicht immer sofort gelingen.“
 
Die Weidenhof-Grundschule ist zwei- und dreizügig im offenen Ganztagsbetrieb. Sie hat derzeit 319 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen mit einer durchschnittlichen Klassenfrequenz von 21 Kindern. Dort sind 22 Lehrkräfte, darunter eine Sonderpädagogin und eine Schulsozialarbeiterin, eingesetzt. Im Einzugsgebiet der Schule befindet sich das "Wohnheim Am Nuthetal" für Asylsuchende und Flüchtlinge.
 
137 Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund (43 Prozent). 122 dieser Kinder gelten als Einzugliedernde mit besonderem Förderbedarf in deutscher Sprache, darunter 47 Kinder, deren Familien einen Antrag auf Asyl gestellt haben oder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.
 
Seit Schuljahr 2014/15 werden jahrgangsübergreifende Einsteiger- und Aufsteigerkurse angeboten, in denen die Kinder parallel zum Regelunterricht in bis zu 5 Stunden wöchentlich gefördert werden. Seit Ende April 2015 gibt es zusätzlich eine standortübergreifende Willkommensklasse für Kinder der Klassenstufen 4 bis 6.
 
Als „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“ bekennt sich die Weidenhof-Grundschule klar gegen Fremdenfeindlichkeit und tritt rechtsextremen Entwicklungen entschieden entgegen.
 
Seit September 2015 bietet die „Spirellibande“ der AWO mit Förderung der Potsdamer Türk-Stiftung den Kindern täglich ein kostenloses Frühstück.

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
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