Gymnasium Horn: Kindeswohl geht vor, Schule darf nicht aus der Pflicht entlassen werden

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Gymnasium Horn: Kindeswohl geht vor, Schule darf nicht aus der Pflicht entlassen werden Kristina Vogt - linksfraktion-bremen.de - DiG - Plus
(BPP) Nachdem Eltern über mangelnde Unterstützung für ihre Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf am Gymnasium Horn berichteten hat die Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan, heute entschieden, diese Kinder nach den Herbstferien an anderen Schulen unterzubringen.

Für Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommt dieser Schritt wenig überraschend: „Eine Schulleiterin, die gegen die gesetzlich vorgesehene Umsetzung der Inklusion klagt, weckt natürlich nicht gerade Vertrauen. Weder bei den betroffenen Eltern noch bei Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen. Es ist längst deutlich geworden, dass Inklusion auch gewollt sein muss, damit sie an Schulen gelingt. Die Schulleiterin hat mit ihrer Klage viel Porzellan zerschlagen. Aus der Evaluation der Schulreform wissen wir, dass Schulen Inklusion unterschiedlich umsetzen: Es gibt Schulen, in denen Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarfen ganz normale Schüler*innen sind. Und es gibt Schulen, an denen die Kinder sogenannte „Inklusionsschüler*innen“ sind, also immer noch anders behandelt werden als die anderen. Die Befürchtung, dass das Gymnasium Horn eher zu den Schulen gehört, in denen Inklusion nicht als Normalität betrachtet wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Nach meinen Informationen ist die Schule nicht so schlecht ausgestattet, wie sie behauptet: Es gibt eine ZuP*¹-Leitung, eine Klassenassistenz und eine diplomierte Reha-Pädagogin. Ich kenne Schulen, die deutlich schlechter dastehen und sich der Verantwortung trotzdem nicht entziehen. Wenn die Schulleiterin dennoch die Inklusion torpediert, dann muss man sich fragen, ob sie für diese verantwortungsvolle Aufgabe an der richtigen Stelle sitzt.

Insgesamt ist die Causa Gymnasium Horn ein Beispiel dafür, dass strukturelle Veränderungen zu scheitern drohen, wenn sie von oben angeordnet werden. Es ist völlig klar, und von der Evaluationsgruppe so gefordert, dass auch Gymnasien inklusive Schulen werden müssen. Dies funktioniert. Das Bildungsressort hätte sich vor einem Jahr Zeit nehmen sollen, die Schule mitzunehmen und vorzubereiten. Es wirkt ja nicht so, als würde sich das gesamte Kollegium sich gegen die Inklusion sperren.

Die Senatorin vollzieht jetzt im Sinne des Wohles der betroffenen Kinder die richtigen Schritte. Dies bedeutet aber nicht, dass das Gymnasium Horn aus der Pflicht entlassen werden darf. Die Schule muss sich öffnen, dann werden sich auch Sonderpädagogen finden, die gerne dort arbeiten wollen. Zum nächsten Schuljahr muss der WuE*²-Zug verlässlich am Gymnasium Horn eingerichtet sein. Vor dieser Aufgabe standen ab 2011 alle anderen Schulen auch und haben sich entwickelt.“

*¹ZuP = Zentren für unterstützende Pädagogik
*²WuE = Wahrnehmung und Entwicklung

Quelle:  DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft

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