Kinderärzte in Bremen-Nord schlagen Alarm! Versorgung von Kindern in Blumenthal gefährdet

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Kinderärzte in Bremen-Nord schlagen Alarm! Versorgung von Kindern in Blumenthal gefährdet Peter Erlanson - linksfraktion-bremen.de - F. Scheffka
(BPP) Die beiden im Bremer Stadtteil Blumenthal ansässigen Kinderärzt*innen können maximal fünf Neugeborene pro Woche zusätzlich aufnehmen. Alle anderen Kinder, die darüber hinaus in ärztliche Behandlung wollen, müssen wieder weggeschickt werden. Peter Erlanson, gesundheitspolitischer Sprecher der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft dazu: „Wenn man bedenkt, dass jetzt die Grippe- und Erkältungszeit anbricht, dann ist dies ein Skandal.“ Wie konnte es aber zu dieser Entwicklung kommen? „Diese Engpässe in der ärztlichen Versorgung sind nicht neu. Genau vor einem Jahr hatten wir in Bremen-Lüssum ähnliche Probleme. Damals wurden zwei allgemeinmedizinische Praxen aus Altersgründen aufgegeben. Nach Diskussionen in der Bürgerschaft konnten hierfür Lösungen gefunden werden.“

Bremen-Blumenthal ist heute ein durch Zuzug wachsender Stadtteil, der mit hohen Armutsrisiken verbunden ist. Zuständig für die Verteilung von Arztsitzen über die Stadt ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV). „Die KV agiert als Lobbyverein für die Ärzt*innen. Die meisten Arztpraxen konzentrieren sich auf Stadtteile wie Mitte oder Schwachhausen, wo es für die Mediziner*innen auch zahlungskräftige Privatpatient*innen gibt. Die KV argumentiert für Lüssum und Blumenthal jetzt so, dass für den Gesamtbezirk Bremen im Durchschnitt genug Ärzt*innen vorhanden sind. Aber leider nicht da, wo sie gebraucht werden.“

Aufgrund dieser formalen Unzulänglichkeiten muss der Senat nun etwas tun, damit eine ausreichende Versorgung sichergestellt ist. „Die in Schieflage geratene Verteilung der Ärzte muss zugunsten der unterversorgten Stadtteile neu strukturiert werden. Konkret braucht Blumenthal unbedingt einen dritten Kinderarzt, damit Patient*innen nicht kilometerweit mit ihren kranken Kindern fahren müssen, ausreichend Zeit für Behandlung vorhanden ist und nicht noch weitere Familien abgewiesen werden müssen“, so Erlanson abschließend.

Quelle: Fraktion DIE LINKE. in der Bremischen Bürgerschaft

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