Zwei-Klassen-Inklusion bleibt Abbild sozialer Spaltung

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Zwei-Klassen-Inklusion bleibt Abbild sozialer Spaltung Sabine Boeddinghaus - linksfraktion-hamburg.de - Karin Desmarowitz
(BPP) Die mit der schulischen Inklusion verbundenen Aufgaben an weiterführenden Schulen sind auch im Schuljahrgang 2018/2019 ungleich verteilt: Wie aus einer aktuellen Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft hervorgeht, nehmen im kommenden Schuljahr fast ausschließlich Stadtteilschulen Schüler_innen mit LSE-Förderbedarf (Lernen, Sprache und soziale/emotionale Entwicklung) in die fünften Klassen auf. „Noch immer werden die Gymnasien bei der schulischen Inklusion im Förderbedarf LSE praktisch gar nicht herangezogen", erklärt Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Und wieder werden nur die Stadtteilschulen in die Pflicht genommen, ganz besonders jene in sogenannten schwächeren sozialen Lagen. Das ist unverantwortlich!"

Die Senatsantwort zeigt, dass nur ein einziges Gymnasium und zwei Grundschulen Schüler_innen mit LSE-Förderbedarf aufnehmen. Besonders dramatisch: Der Faktor Armut fällt bei der Verteilung der Schüler_innen stark ins Gewicht. „An den KESS-1- Stadtteilschulen, also jenen in besonders schwieriger sozialer Lage, liegt die LSE- Förderquote in den fünften Klassen bei durchschnittlich 20 Prozent, in den KESS-5- Stadtteilschulen in stabiler sozialer Lage bei gerade mal sieben Prozent. Chancengleichheit in der Bildung sieht anders aus!", so Boeddinghaus.

Der Senat müsse endlich alle Gymnasien gleichwertig an der schulischen Inklusion von Schüler_innen mit LSE-Förderbedarf beteiligen und insbesondere die Stadtteilschulen in sozial schwieriger Lage angemessen unterstützen – etwa, indem die Zahl der Unterrichtsstunden für Lehrkräfte reduziert wird und indem die Schulbehörde eine bedarfsgerechte Ausstattung mit geeigneten Lehrkräften zentral steuert.
„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche und damit auch eine gesamtschulische Verantwortung, die der Senat endlich als solche ernst nehmen muss. Das erfordert eine deutliche Erhöhung der Ressourcen und eine durchgängige Doppelbesetzung im Unterricht", so Boeddinghaus.

Quelle: DIE LINKE. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft

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