Deutsche und israelische Geschichte bleiben für immer miteinander verwoben / Wir haben die moralische Verpflichtung zum Kampf gegen Antisemitismus und gegen Judenfeindlichkeit

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Deutsche und israelische Geschichte bleiben für immer miteinander verwoben / Wir haben die moralische Verpflichtung zum Kampf gegen Antisemitismus und gegen Judenfeindlichkeit Michael Boddenberg - cdu-fraktion-hessen.de
(BPP) Anlässlich der Veranstaltung Große Debatten „Die Debatten über Antisemitismus und jüdisches Leben in Deutschland“ mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärte der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende, Michael Boddenberg: „Die deutsche Geschichte und die israelische Geschichte bleiben für immer miteinander verwoben. Die Erinnerung und die Identität beider Staaten sind wechselseitig aufeinander bezogen. Das Existenzrechts Israels gehört zur deutschen Staatsraison. Die besonderen Beziehungen beider Länder sind dabei sowohl die Folge historischer Verantwortung, als auch gemeinsamer Werte und gemeinsamer Interessen. Ein friedliches Miteinander der Menschen im Nahen Osten kann es nur dann geben, wenn die Vernichtung Israels nicht mehr als eine Option gesehen wird.

Auch in Deutschland bleiben die Erinnerung an den Holocaust, der Kampf gegen Antisemitismus und der Schutz jüdischen Lebens eine Verpflichtung aller Bürger, die höchste Priorität hat. Ich schäme mich dafür, dass im Jahr 2015 mehr als 1300 antisemitische Straftaten in Deutschland registriert werden mussten; im zurückliegenden Jahr verzeichneten die Behörden der Länder zudem in vielen Fällen einen deutlichen Anstieg einschlägiger Straftaten.

Vor dem Hintergrund der bedenklichen und gefährlichen Entwicklungen in der Gegenwart und mit Blick auf die Gräueltaten des Nationalsozialismus und der Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland, haben wir die selbstverständliche moralische Verpflichtung tagtäglich den Kampf gegen Antisemitismus und gegen Judenfeindlichkeit zu führen. Wir wollen auch mit unserer heutigen Veranstaltung zu einer Schärfung des öffentlichen Bewusstseins beitragen. Gerade angesichts hoher Zuwanderungen von Menschen muslimischen Glaubens ist die ganze Gesellschaft gefordert, sich für das zukünftige Zusammenleben in Frieden und Freiheit einzusetzen. Das friedliche Miteinander aller Religionen ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie.

Die Wiedererrichtung jüdischer Gemeinden in Deutschland ist ein historischer Glücksfall, der Staat und Gesellschaft besondere Anstrengungen zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland abverlangt. Jüdisches Leben in Deutschland schien nach den Schrecken des Holocaust lange Zeit kaum vorstellbar. Dennoch entstand es nach dem Krieg erneut. Trotz der Shoah reichten die Wurzeln des Judentums in Deutschland zum Glück tiefer als der menschenverachtende Nationalsozialismus.

Als CDU haben wir uns stets mit besonderem Nachdruck und aus einer tief empfundenen Überzeugung heraus für die deutsch-israelischen Beziehungen in ihrer Einzigartigkeit eingesetzt und diese in Regierungsverantwortung stets nach besten Kräften gefördert. Diese einzigartigen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel haben auch in Hessen vielfältige Exponenten wie die zahlreichen Schul-, Hochschul- und kommunalen Partnerschaften, die Initiativen der Wirtschaft, der Kirchen und privater Träger sowie die beispielhafte Intensivierung der pädagogischen Zusammenarbeit zwischen dem Hessischen Kultusministerium und der Gedenkstätte Yad Vashem.

Zum 1. Mai ist zudem der neue, bundesweit erste Lehrstuhl für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt eingerichtet worden. Das Land unterstützt das Fritz Bauer Institut und den Lehrstuhl von Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher in diesem Jahr mit einer Förderung von 375.100 Euro und finanziert die Holocaust-Professur mit weiteren 150.000 Euro. Damit stehen 2017 für beide Einrichtungen insgesamt 525.100 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung.“

Hintergrundinformationen:
Dr. Josef Schuster wurde 1954 in Haifa/Israel geboren. Er studierte Medizin in Würzburg und ließ sich 1988 als Internist in einer eigenen Praxis nieder. Seit 1998 ist der Mediziner Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken. Seit 2002 steht er als Präsident dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern vor. 1999 trat er in das Präsidium des Zentralrats der Juden ein und war von 2010 bis 2014 dessen Vizepräsident. Am 30. November 2014 wurde Dr. Schuster zum Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt.

Quelle: cdu-fraktion-hessen.de

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