Ernüchterndes Ergebnis des Integrationsmonitors: Ungerechtigkeit in Hessen bleibt bestehen

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Ernüchterndes Ergebnis des Integrationsmonitors: Ungerechtigkeit in Hessen bleibt bestehen Barbara Cárdenas - linksfraktion-hessen.de
(BPP) Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des hessischen Integrationsmonitors erklärt Barbara Cárdenas, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Obwohl es die Anwerbung von Menschen schon seit 60 Jahre gibt und viele der Menschen mit Migrationshintergrund bereits in Deutschland geboren sind, gibt es immer noch große Unterschiede in den Lebensverhältnissen. Das betrifft insbesondere die Bildungserfolge und die Integration in die Arbeitswelt.

Die schwarzgrüne Landesregierung hat keinen Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Denn immer noch gilt: Doppelt so viele Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichen maximal einen Hauptschulabschluss gegenüber denjenigen ohne Migrationshintergrund (34,7 zu 17,7 Prozent). Ein Abitur als höchsten Schulabschluss bekommen Jugendliche mit Migrationshintergrund nur halb so oft wie diejenigen ohne Migrationshintergrund (22,7 zu 44,8 Prozent). Diese Zahlen zeugen von gleichbleibender Ungerechtigkeit und von einem Versagen der hessischen Bildungspolitik.“

Die Ungleichheit setze sich beim Einkommen fort. Auch hier seien die Unterschiede sehr hoch: 56 Prozent der deutschen Bevölkerung verfügten über ein familiäres Nettoeinkommen von mehr als 3200 Euro, bei den Familien mit Migrationshintergrund seien es nur 28 Prozent. Armut sei dementsprechend in diesen Familien häufiger zu Hause: Obwohl oft mehr Angehörige in der Familie von dem Einkommen leben müssten, betrage es bei einem Drittel weniger als 2000 Euro, so Cárdenas.

„Die Landesregierung ist gefordert, nicht nur festzustellen, dass Unterschiede bestehen, sondern sie muss mehr für die Beseitigung dieser unterschiedlichen Lebenslagen tun. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund wird sich durch die Flüchtlinge nur wenig erhöhen. Die im letzten Jahr zu uns Gekommenen machen lediglich 5 Prozent dieser Personengruppe aus. Hier besteht im Bildungswesen und bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt allerdings eine weitere Herausforderung, der sich die Landesregierung noch nicht ausreichend stellt.“

Quelle: linksfraktion-hessen.de

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