Cornelia Rundt und KVN-Chef Mark Barjenbruch präsentieren Maßnahmenpaket zur Stärkung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum / Ministerin Rundt stellt zukunftsweisende Wohn-und-Pflege-Modelle in der Celler „Hattendorffstraße“ vor

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Cornelia Rundt und KVN-Chef Mark Barjenbruch präsentieren Maßnahmenpaket zur Stärkung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum / Ministerin Rundt stellt zukunftsweisende Wohn-und-Pflege-Modelle in der Celler „Hattendorffstraße“ vor Cornelia Rundt - ms.niedersachsen.de - Tom Figiel
(BPP) Der demografische Wandel und auch geänderte Anforderungen an die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte machen es erforderlich, die ärztliche und pflegerische Versorgung des ländlichen Raums weiterzuentwickeln. Auch dort, wo die Bevölkerungszahl zurückgeht, muss es attraktive Arbeitsplätze sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch für Pflegekräfte geben, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, haben heute ein Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem die ärztliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen zukunftsfest aufgestellt wird. Mit Ihrer Unterschrift unter das „Konzept zur Zukunft der vertragsärztlichen Versorgung 2030“ haben sie ihre Entschlossenheit dokumentiert (das komplette Konzept mit der Vorstellung der Maßnahmen finden Sie im Anhang). Die Landärzteförderung, das Stipendienprogramm für Medizinstudentinnen und -studenten oder neue Möglichkeiten für die Gründung Kommunaler Versorgungszentren im ländlichen Raum sind nur einzelne der vielen aufgeführten Maßnahmen.

Unter der Überschrift „Gut versorgt in Niedersachsen“ stellte Ministerin Cornelia Rundt am heutigen Montag verschiedene vorbildliche Initiativen in der Praxis vor, mit denen die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen verbessert wird und die mustergültig auch für andere Regionen sind. „Die meisten Menschen wollen weiter in ihrem bekannten Umfeld leben, auch wenn sie pflegebedürftig werden“, sagte Ministerin Rundt: „Wir haben in Niedersachsen zukunftsweisende und spannende Wohn- und Versorgungsmodelle entwickelt. Das Ziel ist, diese bekannter zu machen und nach Möglichkeit auch in anderen Regionen zu initiieren, so dass alle Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen davon profitieren.“

So werden z.B. im Landkreis Leer mobilitätseingeschränkte Menschen aus dem Umland mit „Patientenmobilen“ zur Ärztin bzw. zum Arzt in der Stadt gebracht. KVN, Landkreis Leer und die Weser-Ems-Bus GmbH haben gerade erst zusammen mit Ministerin Rundt die Ausweitung des Projekts auf weitere Gemeinden bekannt gegeben.

„Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land steht im Fokus der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, durch verschiedene Maßnahmen der KVN ist ein breiter Katalog entstanden, der die Attraktivität des Arztberufs erhöht - verschiedene Anreize sollen Ärztinnen und Ärzte dazu bewegen, sich in ländlichen Regionen niederzulassen", sagte Mark Barjenbruch, „Diese Maßnahmen hat die KVN unter dem Motto Niederlassen für die Menschen in Niedersachsen gebündelt, sie sollen die Versorgung der Menschen auf dem Land stabilisieren." Alle Partner im niedersächsischen Gesundheitswesen dürften nicht in ihren gemeinsamen Bemühen nachlassen, eine flächendeckende ärztliche Versorgung für die Menschen in Niedersachsen zu erhalten. Das gemeinsame Papier, das heute unterzeichnet worden sei, bekräftige dieses gemeinsame Bemühen.

Am heutigen Montag besuchte Sozialministerin Cornelia Rundt zusammen mit Journalistinnen und Journalisten die Celler „Hattendorffstraße“, in der ganz unterschiedliche Wohn-, Betreuungs- und Pflegemodelle auf engstem Raum entstehen - zum Teil mit Hilfe von Landesmitteln, etwa über das Programm "Wohnen und Pflege im Alter", für das die Landesregierung jährlich 1 Million Euro bereit stellt. „Jeder Mensch, der Hilfe benötigt, hat ganz persönliche Bedürfnisse, die nicht mit einen Standardmodell für alle erfüllt werden können“, sagte Rundt: „In der Hattendorffstraße ist es einer Genossenschaft gelungen, ein sehr breitgefächertes und hochwertiges Angebot in unmittelbarer Nachbarschaft anzusiedeln, so dass für jeden eine passende Lösung gefunden werden kann – keiner muss aufgrund eines geänderten Pflege- oder Behandlungsbedarfs sein vertrautes Umfeld verlassen.“ Die breite Palette von Wohn- und Unterstützungsangeboten für Jung und Alt, gespickt mit Kultur und Begegnungsmöglichkeiten im Nachbarschaftstreff Capito, machen die Hattendorffstraße zum Impulsgeber für das ganze Quartier. Fritz Stünkel, der Projektleiter der Celler Bau- und Sparverein eG, sagte: „Das Projekt Hattendorffstraße interpretiert den genossenschaftlichen Grundgedanken mit mehr Nachbarschaft, mit neuer Nachbarschaft wieder zeitgemäß an heutigen Anforderungen.“

Zu Beginn dieses „Gut-versorgt-in-Niedersachsen-Tages“ hatte die Sozialministerin auf dem Platz der Weltausstellung in Hannover den Startschuss für die „RheumaBusTour“ gegeben, die Stationen in ganz Niedersachsen anlaufen wird. Initiator ist das Innovationsfondsprojekt „Rheuma-VOR“ der MHH, mit dem die Versorgung von Rheumapatientinnen und -patienten in Niedersachsen verbessert wird. Zum ersten Mal geht der Bus nun auf große Tour, um Interessierte und Betroffene über rheumatische Erkrankungen und ihre Therapiemöglichkeiten zu informieren. „Interessant ist, dass Menschen mit geschwollenen oder schmerzenden Gelenken, Morgensteifigkeit in den Gelenken und ähnlichen Symptomen ein Rheuma-Schnelltest angeboten wird“, sagte Ministerin Rundt. Interessierte können sich mit einem Fragebogen und einem kurzen Blut-Test schnell und unkompliziert untersuchen lassen, ob bei ihnen eine entzündlich-rheumatische Erkrankung vorliegt.

Um eine hochwertige und flächendeckende Versorgung in Niedersachsen sicherzustellen, hat die Landesregierung verschiedene weitere Maßnahmen ergriffen:
So werden beispielsweise in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt 1,3 Milliarden Euro für Investitionen in Niedersachsens Krankenhäuser bereitgestellt, mit denen eine flächendeckende Versorgung durch Kliniken sichergestellt werden kann. Das ist ein starker Anstieg gegenüber den in den vielen Jahren zuvor jährlich bereitgestellten Investitionsmitteln.

Inzwischen gibt es zudem im ganzen Land 35 „Gesundheitsregionen Niedersachsen“, in denen neue Versorgungsmodelle insbesondere für den ländlichen Raum entwickelt werden. Auch hier arbeiten KVN und Sozialministerium eng zusammen.
Cornelia Rundt: „Unser Ziel ist es, die strikte Trennung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung aufzubrechen und die verschiedenen Akteure im Gesundheitssektor zur Kooperation zu animieren – so lässt sich auch in dünn besiedelten Gebieten eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie der Pflegebedürftigen langfristig sicherstellen.“

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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