Viele Jugendämter leisteten Kraftakt zur Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Ausländer / Ministerin Rundt: „Wir wissen jetzt noch besser, wie die Integration unbegleiteter Minderjähriger gelingt“

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Viele Jugendämter leisteten Kraftakt zur Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Ausländer / Ministerin Rundt: „Wir wissen jetzt noch besser, wie die Integration unbegleiteter Minderjähriger gelingt“ Cornelia Rundt - ms.niedersachsen.de - Tom Figiel
(BPP) In den Jahren 2015 und 2016 haben die niedersächsischen Jugendämter mehr als 5.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen - 2014 waren es nur rund 350, in den Vorjahren noch weniger. „Das System der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen war auf einen Schlag vor besondere Herausforderungen gestellt, mit bemerkenswertem Einsatz haben Niedersachsens Jugendämter diese Herausforderung bewältigt“, sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt beim heutigen Fachtag zu unbegleiteten minderjährigen Ausländern (umA), den ihr Ministerium in der Akademie des Sports in Hannover ausrichtet. Der dort vorgestellte Bericht „Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen“ stellt dar, wie die Unterbringung, Versorgung und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen in gemeinsamer Anstrengung und Zusammenarbeit von Jugendämtern, Landesjugendamt, Kommunalen Spitzenverbänden, den Freien Trägern der Jugendhilfe und dem Sozialministerium organisiert und gewährleistet wurde und wird.
 
Für den Bericht wurden Interviews mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe geführt. Erfragt wurde, wie die Abläufe vor Ort aussahen oder welche Angebote für unbegleitete Minderjährige vorgehalten werden. Eine Besonderheit des Berichtes ist, dass auch die unbegleiteten Minderjährigen selbst befragt wurden: Wussten die jungen Geflüchteten, wer sie begleitet und betreut hat? Wie haben sie sich verständlich gemacht? Was brauchen sie, damit ihr Leben hier gelingt?
 
War in der Erstphase der Versorgung aufgrund der hohen Anzahl von unbegleiteten Minderjährigen „Handeln vor Planen“ notwendig, so ist es jetzt wichtig, dass für eine gelingende Integration wieder „Planen vor Handeln“ steht. „Die Jugendhilfeplaner in Niedersachsen müssen die Bedarfe der jungen Geflüchteten kennen, um die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können“, sagte Ministerin Cornelia Rundt: „Hier liefert der Bericht wichtige Anregungen für die praktische Arbeit - die Integration kann durch gute Planung des Angebots effektiv unterstützt werden.“

Vor dem Jahr 2015 waren aufgrund der geringen Fallzahlen gar nicht alle niedersächsischen Jugendämter mit der Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen Ausländern befasst. Insofern ist es notwendig, die bestehenden Jugendhilfekonzepte mit Blick auf die neue Zielgruppe zu überprüfen. Dies sei eine notwendige und lohnende Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt: „Die neuen Erkenntnisse zum Leben der unbegleiteten Minderjährigen in Niedersachsen sind zum jetzigen Zeitpunkt ein Impulsgeber für Planungsprozesse in den Jugendämtern, Integration und Teilhabe können so besser gelingen.“
 
In Niedersachsen leben aktuell 5108 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sie sind überwiegend in der stationären Jugendhilfe untergebracht, zum Teil auch in Pflegefamilien.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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