Fahrradfahrer = Bürger 3. Klasse?

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(BPP) Zur Schlussveranstaltung der Aktion „200 Tage Fahrradstadt“ titelte die Rheinische Post: “Roter Teppich für Radler auf Bismarckstraße“. Dieser rote Teppich, ausgelegt auf einem Teil der eigens für die Veranstaltung gesperrten Bismarckstr., solle einen symbolischen Fahrradweg darstellen, der für das steht, was bisher in Mönchengladbach fahrradtechnisch bewegt wurde.
“Dass diese wirklich gute Initiative ausgerechnet auf der Bismarckstr. ihren Schlusspunkt findet, birgt eine gehörige Portion Ironie in sich,“ so Sabine Cremer, Mitglied im Planungs- und Bauausschuss für DIE LINKE. Mönchengladbach, „denn als ich das Fehlen von Fahrradwegen auf der Bismarckstr. bei der letzten Sitzung des Ausschusses ansprach, wurde sich kräftig dagegen gewehrt, dort welche einzurichten.“ Die Straße sei leider nicht breit genug, argumentierte die Stadtverwaltung, und deswegen sei es bei dem vielen PKW-Verkehr leider nicht mehr möglich, auch noch Platz für Fahrradwege zu schaffen. Außerdem, so die um das Wohl der Autofahrer besorgte Stadtverwaltung, sei es ja auch viel zu gefährlich für Fahrradfahrer, sich entlang des PKW-Verkehrs zu bewegen. Und die Fußgängerwege dürften an Breite auf so einer Straße auch nichts für die Einrichtung von Fahrradwegen einbüßen. So degradierten sie die Fahrradfahrer zu Bürgern 3. Klasse, für die es keinen Platz in Mönchengladbach gibt. Alle anderen Parteien im Ausschuss hatten entweder gar nicht reagiert oder der Aussage der Verwaltung zugestimmt.

Die Initiative „200 Tage Fahrradstadt“ hofft zwar, ein nachhaltiges Umdenken angestoßen zu haben, was auch absolut zu begrüßen wäre, aber es steht zu befürchten, dass in dieser Stadt nicht viel zu dem Thema passieren wird. „Da bleibt den Radlern ja wohl nichts anderes mehr übrig, als darauf zu achten, dass ihnen nicht auch noch der rote Teppich bei den Feierlichkeiten unter den Rädern weggezogen wird.“ kommentiert Sabine Cremer abschließend.

Torben Schultz
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