Auftakt der Woche der Brüderlichkeit 2016 im Land Brandenburg feierlich begangen

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Auftakt der Woche der Brüderlichkeit 2016 im Land Brandenburg feierlich begangen Britta Stark - landtag.brandenburg.de - Oliver Lang
(BPP) Landtagspräsidentin Britta Stark hat für ein achtsames Miteinander aller in Brandenburg lebenden Menschen geworben. Im Rahmen der heutigen Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit verurteilte sie jegliche Ausbrüche verbaler und physischer Gewalt gegenüber Andersdenkenden. Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit würdigte sie als Musterbeispiel für die Umsetzung interreligiöser Annäherung.

Im Kontext des diesjährigen Veranstaltungsmottos „Um Gottes Willen. Religion in säkularer Gesellschaft“ und der gegenwärtigen Flüchtlingssituation mahnte die Landtagspräsidentin eine gewisse Ehrfurcht im persönlichen Denken und Handeln an. Wörtlich sagte Stark: „Nicht alles können wir selbst regeln, planen und verwirklichen, wie wir es wollen. Demut erscheint als  angemessene Haltung gegenüber dem Unverfügbaren – gegenüber Gott und den Mitmenschen. Auch über unsere Mitmenschen können wir nicht verfügen. Wir können und dürfen es nicht, weil jeder Mensch einzigartig, wertvoll und frei ist. Frei darin, seiner eigenen Vernunft und seinem Gewissen zu folgen. In diesem Sinn erscheint Demut als ein Ausdruck der Menschenwürde.“

Gemeinsam hatten Präsidentin Stark und der neue Evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Potsdam e. V., Tobias Barniske, ins Potsdam Museum (Altes Rathaus) zur traditionellen Festveranstaltung geladen. In seinem Grußwort betonte Barniske die Bedeutung von Religion als Handlungskompass für tagesaktuelle Fragestellungen, z. B. in Bezug auf Migration und interkulturelle Akzeptanz: „Wenn wir Neuankömmlinge erfolgreich in unsere Gesellschaft aufnehmen und integrieren wollen, muss die religiöse Kompetenz eine wichtige Rolle im Betreuungs- und Integrationsprozess spielen. So können Spannungen zwischen religiösen Gruppen in den Unterkünften frühzeitig erkannt werden. Vor allem müssen Möglichkeiten und Räume eröffnet werden, damit sich Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen begegnen können.“

Zuversichtlich hinsichtlich einer inklusiven Gemeinschaft zeigte sich auch der diesjährige Festredner Benjamin Fischer, Präsident des europäischen Dachverbandes der jüdischen Studenten (EUJS). In seiner Ansprache sagte er: „Unsere Arbeit, meine Arbeit folgt dem Glauben an ein Europa, welches kollektiv auf die Herausforderungen unserer Zeit reagiert. Als Europäer, als Deutscher, als Jude und als Demokrat folge ich dem Glauben, dass konstruktiver Dialog hierfür das wichtigste Werkzeug darstellt. Trotz der Herausforderungen der eigenen Gemeinschaft dürfen wir andere Gemeinden – sogar die Gesellschaft als Ganzes – nicht aus den Augen verlieren und müssen sie aktiv ansprechen. Sich dann auf Augenhöhe zu begegnen, sich darin einig zu werden, auch mal uneinig zu sein, ist das angestrebte Resultat.“

Hintergrund:

Seit 1952 veranstalten die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit überall in der Bundesrepublik jährlich im März die Woche der Brüderlichkeit. Sie soll die die Verständigung von Christen verschiedener Bekenntnisse mit Juden unterschiedlicher Traditionen befördern. Derzeit existieren über 80 regionale und lokale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, in denen sich mehr als 20 000 Mitglieder, Freunde und Förderer engagieren.

Im Land Brandenburg wird die Themenwoche zum 17. Mal durch eine zentrale Festveranstaltung gewürdigt. Der diesjährige Festredner Benjamin Fischer ist seit September 2015 gewählter Präsident der European Union of Jewish Students. Diese ist der Dachverband von 35 nationalen europäischen Studentenverbänden und vertritt deren Interessen auch politisch bei den europäischen Institutionen und den Vereinten Nationen.

Noch bis Sonntag wird bundesweit in zahlreichen Veranstaltungen für einen intensiven Dialog zwischen Juden und Christen geworben.

Quelle: landtag.brandenburg.de

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