Gegen Hausärztemangel: Medizinische Versorgungszentren im Saarland einrichten

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Gegen Hausärztemangel: Medizinische Versorgungszentren im Saarland einrichten Klaus Kessler - gruene-fraktion-saar.de
(BPP) Zur Ankündigung von Gesundheitsministerin Bachmann, mit einer 10.000-Euro-Prämie Anreize für die Ansiedlung von Hausärzten im ländlichen Raum zu schaffen, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler: „Mehr als jeder dritte Hausarzt bundesweit und auch im Saarland hat bereits das 60. Lebensjahr überschritten. Besonders in ländlichen Gebieten wird es für Mediziner immer schwieriger, Nachfolger für ihre Praxen zu finden. Dies wird mittelfristig in einem deutlichen Mangel an Hausärzten resultieren. Schon jetzt liegt der Versorgungsgrad im Saarland beispielsweise in Wadern gerade noch bei knapp über 80 Prozent. Dieser Trend ist fatal, zumal durch die Alterung der Bevölkerung die Nachfrage nach medizinischen Leistungen, auch im ländlichen Raum, künftig steigen wird.

Es ist daher ein wichtiger Schritt, ein Anreizsystem für die Ansiedlung von Ärzten zu etablieren. Ob die Gewährung einer 10.000-Euro-Prämie eine ausreichende Motivation darstellt, ist fraglich, zumal alleine die Anschaffung medizinischer Geräte diesen Kostenrahmen um ein Vielfaches übersteigt.

Um nachhaltig Anreize für die Niederlassung von Ärzten zu schaffen, brauchen wir eine neue, effektive Versorgungsplanung im Saarland. Bestandteil dessen muss sein, künftig mehr auf sogenannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im ländlichen Raum zu setzen, die Angebote der Gesundheitsförderung und -versorgung vereinen. Gerade Nachwuchsmediziner sind heutzutage eher auf der Suche nach der Anstellung in einem solchen Zentrum, als bereits früh das wirtschaftliche Risiko der Selbstständigkeit einzugehen.

Darüber hinaus fordern wir von der Landesregierung, den Kommunen bei der Niederlassung von Ärzten ein Mitspracherecht einzuräumen. Denn die Städte und Gemeinden selbst können die Bedarfe vor Ort am besten einschätzen, zumal sie über die entsprechende Datengrundlage hinsichtlich Bevölkerungsstruktur und Altersentwicklung verfügen.“

Quelle: gruene-fraktion-saar.de

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