Falken: Lehrer-Neueinstellungen gleichen Verlust durch altersbedingte Abgänge nicht einmal annähernd aus

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(BPP) Zur heutigen Pressekonferenz der Kultusministerin zum Schuljahresbeginn erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Cornelia Falken:

Schon im Juli, als die Kultusministerin ihre Planung für das Schuljahr 2012/ 2013 vorstellte, hatte sie einräumen müssen, dass die Unterrichtsversorgung „auf Kante genäht“ sei. Lehrkräfte stünden zwar zur Verfügung, um den Unterricht abzusichern, „hier und dort“ werde es dennoch „knirschen“. Nach der heutigen Pressekonferenz scheint das Knirschen im kommenden Schuljahr eher heftiger auszufallen.

Denn Sachsen muss, um den regulären Schulunterricht sichern zu können, die letzten Reserven aufbieten. So werden die Klassen vergrößert, Lehrer aus der Verwaltung und dem Ganztagsbereich wieder abgezogen, um Unterricht zu erteilen, und Neueinstellungen vorgenommen in Höhe von 650 Lehrkräften. Davon gehen 71 ausgebildete Gymnasiallehrer an eine Mittel- oder Grundschule, werden also nicht entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt. Zudem unterschreiten die Neueinstellungen den altersbedingten Verlust von 918 Vollzeit-Lehrerstellen zum Schuljahresbeginn.

Dabei sind weder die langzeitkranken Lehrerinnen und Lehrer mitgerechnet noch jene, die im Verlauf des Schuljahres von der Altersteilzeit in die Ruhephase eintreten und damit dem Unterricht nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Vom Ergänzungsbereich, der an keiner Schulart über 50 % liegt, einmal gar nicht zu reden, obwohl Schule mehr als Unterricht ist.

Auf wessen Kosten das Ganze geht, das zeigt der angekündigte Warnstreik von Pädagogen aus Schulen und Kitas am 7. September. Dieser steht zwar in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Beginn des Schuljahres; er offenbart aber den großen Unmut in der Lehrerschaft, die, wenn sie schon unter erschwerten Bedingungen arbeiten muss, nicht länger unterbezahlt bleiben will.

Marcel Braumann
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
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