Anita Klahn zu TOP 18 „Kirchen auf Eiderstedt retten“

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Anita Klahn zu TOP 18 „Kirchen auf Eiderstedt retten“ Anita Klahn - FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag
(BPP) In ihrer Rede zu TOP 18 (Kirchen auf Eiderstedt retten) erklärt die stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn: „Die Region Eiderstedt besitzt einen einmaligen Kulturschatz: Die Kirchen auf der Halbinsel sind nicht nur Zeugnisse des Glaubens, sondern auch der Geschichte, der Kunst und Kultur. Die ältesten von ihnen entstanden im frühen 12. Jahrhundert, während der Christianisierung des Nordens, und sind damit rund 900 Jahre alt. Nahezu alle Kirchen, insgesamt 16 von 18, sind dringend sanierungsbedürftig. Die Zahlen, die noch einmal durch eine kleine Anfrage des SSW bekannt wurden, weisen einen Finanzierungsbedarf für die Sanierungen von 18,7 Millionen Euro aus. Ein Teil dieses Geldes soll durch Fundraising herbeigeschafft werden. Das ist eine gute Idee, wie ich meine, wenn man sieht, wie viel Geld derzeit mit solchen Spendenaufrufen für Kulturprojekte zusammengebracht werden kann. Bekanntestes Beispiel ist wohl das Berliner Schloss, dessen Fassade auch mit vielen Millionen Euro aus Spendenmitteln rekonstruiert wird. Angesichts des großen Investitionsvolumens für die Eiderstedter Kirchen wird aber ein bürgerschaftliches Engagement alleine nicht ausreichen.

Auch, wenn aufgrund des geltenden Staatskirchenvertrags zwischen dem Land und der Evangelischen Landeskirche in Artikel 20 die Pflicht zur baulichen Erhaltung von Kirchen eindeutig bei der Kirche liegt, ist uns allen klar, dass das Land bereits kostenintensive Sanierungsmaßnahmen bezuschusst. Und dass, obwohl sich die Kirche auch noch ausdrücklich verpflichtete, sich gerade der Erhaltung und Pflege besonderer Denkmäler zu widmen.

Für uns Freie Demokraten hat das Kirchenensemble von Eiderstedt eine ho-he kulturelle Bedeutung. Deshalb hatte sich unser, aus der Region stammende, ehemalige Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin um eine gemeinsame Lösung zwischen Kirche und Bund zur Sanierung der Kirchen bemüht. Im Ergebnis konnte er mit Unterstützung von Johannes Kahrs (SPD Hamburg) bereits Ende 2015 eine 50-prozentige Kostenübernahme durch den Bund durchsetzen. Die mehr als neun Millionen Euro, die damals bewilligt wurden, sind eine erhebliche staatliche Unterstützung, die auch als Ausgleich für fehlende Landes- und Kommunalmittel gesehen werden darf. Im Gegenzug sicherten die Kirchengemeinden und die Nordkirche den gleichen Mitteleinsatz für die Rettung der Eiderstedter Kirchen zu. Der Kirchenkreis ist auch bereit, dafür einen Kredit aufzunehmen. Rechnet man alle diese Mittel der Kirche zusammen, wäre die zweite Hälfte der erforderlichen 18,7 Millionen Euro aufgebracht.

Ich möchte einen kleinen Finanzzuschuss des Landes nicht kategorisch ausschließen. Immerhin generieren die Kirchen wegen ihrer touristischen Strahlkraft auch Einnahmen für die Region und Schleswig-Holstein. Dies muss man bedenken, wenn man über eine finanzielle Förderung für die Sanierung entscheidet. Damit diese Förderung vielleicht stattfinden kann, brauchen wir aber einen klaren Umsetzungsplan für die einzelnen Sanierungsschritte. Es stellt sich auch die Frage, ob die Kostenschätzung, wie sie früher schon einmal aufgestellt wurde, immer noch zutrifft? Womöglich sind die Schäden ‒ etwa an den Malereien in den Innenräumen ‒ im Laufe der Zeit noch größer geworden.

Ich halte es für sinnvoll, dass wir uns im Ausschuss ein klares Bild von der Lage machen, und dass wir die Vertreter der Kirche einladen, um uns über die Situation der Eiderstedter Kirchen zu berichten. Dies schafft die Transparenz, die nötig ist, damit ein Konsolidierungsland Geld ausgeben darf. Zum Schluss möchte ich noch eine Anregung machen: Wir sollten die Eiderstedter Kirchen für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vorschlagen. Das würde ihnen nicht nur die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie verdienen, sondern wahrscheinlich auch die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen erleichtern.“

Quelle: FDP- Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesPressePortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.