Hey zum Thüringen Monitor: Das Schweigen muss ein Ende haben

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Hey zum Thüringen Monitor: Das Schweigen muss ein Ende haben Matthias Hey - spd-thl.de
(BPP) Dem Thüringen Monitor zufolge ist die Fremdenfeindlichkeit in Thüringen deutlich gestiegen: Fast jeder zweite Thüringer teilt fremdenfeindliche und nationalistische Einstellungen. Als eine der Hauptursachen wird vor allem die Heimatverbundenheit genannt.

„Heimatverbundenheit oder auch Heimatliebe ist nicht verwerflich. So erschreckend die Umfrageergebnisse sein mögen, wir dürfen nicht die Augen vor den Ursachen verschließen. Und die gehen tiefer als die einfache Verbundenheit zu Heimat – die schließlich für jeden etwas anderes bedeutet“, sagt der Vorsitzende SPD-Fraktion Matthias Hey.

Hey verweist in seiner Rede zur Regierungserklärung des Ministerpräsidenten auf das weiterhin bestehende Phänomen der Ostdeprivation. „Nach wie vor fühlen sich Menschen im Osten als Bürger zweiter Klasse, was größtenteils auch zu diesen Umfrageergebnissen führt“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. So sei auch nach fast drei Jahrzehnten Mauerfall keine inhaltlich zufriedenstellende Aufarbeitung der Geschehnisse in der Wendezeit festzustellen. „Es herrscht ein großes Schweigen über die Lebensbrüche von Millionen Ostdeutscher, die sich quasi über Nacht einem komplett neuen Staatssystem anzupassen hatten. Das hat tiefe Spuren hinterlassen, über die heute aber öffentlich nicht mehr geredet wird“, so Hey.

In seinen Ausführungen verweist er auf die zum Teil dubiosen Machenschaften in und um die Treuhandgesellschaft, das stellenweise Verschleudern des DDR-Vermögens und das damit einhergehende Durchrütteln fast jeder Familie im Osten durch Verlust des Arbeitsplatzes und vollständige Veränderung der Lebenswelt.

Wenn dieser Teil innerdeutscher Geschichte mittlerweile kaum noch hinterfragt und ausgeleuchtet werde, müsse man sich über bestimmte Haltungen und Meinungsmuster nicht wundern. „Das Gefühl des ständigen Zukurzgekommenseins führt in vielen Fällen dazu, dass Zweifel am demokratisch organisierten Gemeinwesens aufkommen. Vom Zweifel bis zur Zustimmung teilweise radikaler Ansichten ist es kein großer Schritt“, führt Hey aus.

Darum mahnt er eine ehrliche und offene Aufarbeitung all derer Umstände an, die in Gesamtheit nach wie vor zur Ostdeprivation zahlreicher Menschen führt: „Deshalb brauchen wir eine Vertretung ostdeutscher Interessen im Bund und in Europa, deren Stimme nicht nur gehört, sondern auch ernstgenommen wird.“

Quelle: SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesPressePortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.