Sicherheit in Fußballstadien: Woidke mahnt Vereine zu mehr Anstrengungen bei Sicherheit in Fußballstadien Spitzengespräch vor Saisonbeginn - Polizeieinsatz am Limit

(BPP) Zum Beginn der Fußfallsaison hat Innenminister Dietmar Woidke mit Vertretern von Verbänden, Vereinen, Kommunen und Polizei über eine verbesserte Sicherheit in und um Brandenburgs Stadien beraten. Dabei forderte er am Freitag in Potsdam von den Vereinen und Verbänden verstärkte Anstrengungen für die Sicherheit im Spielbetrieb. "Was in jüngster Zeit in und um deutsche Fußballstadien passiert ist, zwingt zum Handeln - und zwar in einer neuen Konsequenz", betonte der Minister. Zusätzliche Kapazitäten der Polizei könnten für Fußball-Einsätze nicht aufgeboten werden.

Bei den jüngsten Spitzengesprächen zwischen Politik und Fußball auf Bundesebene habe es erkennbare Fortschritte gegeben; diesen Signalen müssten aber weitere folgen, sagte Woidke. Zwar sei Brandenburg ein vergleichsweise kleines Fußballland, trotzdem seien auch hier Polizei und Vereine gefordert, gegen Ausschreitungen vorzugehen. Woidke begrüßte in diesem Zusammenhang die neue "Sicherheitsrichtlinie zur Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit im Spielbetrieb" des Fußball-Landesverbandes Brandenburg. Die Bestimmungen müssten nun auch konsequent umgesetzt werden. Die Richtlinie enthält neben baulichen Anforderungen Vorschriften zu Zuschauerkontrollen und Ordnungsdiensten.

Woidke mahnte, die Gewalt in und um Fußballstadien ernst zu nehmen. "Da hilft kein Schönreden: Der Gang ins Fußballstadion ist zunehmend auch eine persönliche Konfrontation mit der Gefahr von Ausschreitung und Randale." Wer diesen gefährlichen Trend umkehren wolle, müsse in punkto Sicherheit mehr und konsequenter Vorsorge treffen. Der Minister verwies darauf, dass auch manches Stadion in Brandenburg noch nicht den Standards genügt, die sich die Verbände auferlegt haben. Einlassbereiche, Umzäunungen sowie die Anzahl der Ordnungskräfte und deren Qualifikation seien mancherorts "problematisch", eine Fantrennung wegen fehlender baulicher Anlagen oftmals nur durch massiven Einsatz von Polizeikräften möglich.

Die Polizei könne ihren Einsatz in Sachen Fußball aber nicht weiter ausdehnen. "Da geht auch bei uns im Land absolut nichts mehr und kann angesichts vieler anderer Sicherheitsherausforderungen - ich nenne da nur die Grenzkriminalität - auch niemandem plausibel gemacht werden", betonte Woidke. Er verwies darauf, dass Fußballspiele ein Viertel der Einsätze der brandenburgischen Bereitschaftspolizei binden. "Damit ist die Polizei klar an ihrem Limit angekommen", unterstrich der Minister.

Der Präsident des Fußball-Landesverbandes Brandenburg Siegfried Kirschen sagte auf der Beratung in Potsdam: "Brandenburgs Verband und seine Vereine werden auch in der Saison 2012/2013 den Kampf gegen jedwede Gewalt als Schwerpunkt setzen. Allerdings wird das nicht ohne die Unterstützung durch sportpolitische Entscheidungen durchzusetzen sein, die den zur Sicherheit eingesetzten Kräften mehr Rechte einräumen."

An dem Gespräch zur Fangewalt in Brandenburg nahmen unter anderem auch der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes Rainer Milkoreit, Vertreter von Fußballvereinen und Kommunen sowie Polizeipräsident Arne Feuring teil.

Brandenburgs Fußball-Landesverband ist zuständig für etwa 730 Vereine mit rund 4.000 Mannschaften und gut 100.000 Mitgliedern. In der Fußballsaison finden jede Woche über 700 Spiele im Land statt. Zu den Aushängeschildern für Brandenburgs Fußball gehört mit dem FC Turbine Potsdam der amtierende Deutsche Meister der Frauen-Bundesliga. Bei dem Männern gibt es mit dem FC Energie Cottbus und dem SV Babelsberg 03 im Land einen Zweit- und einen Drittligaverein, außerdem zwei Mannschaften in der Regionalliga Nordost und sechs Oberliga-Mannschaften.

Ingo Decker
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