Coronavirus: Auswärtiges Amt gibt eine implizite Reisewarnung heraus

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Seit dem SARS-Virus hat wohl keine andere Virusinfektion derart die Schlagzeilen beherrscht und die Gemüter der Menschen verunsichert, wie es nun das "Coronavirus" tut. Gleichwohl diese Bezeichnung nicht ganz korrekt ist. Beim Begriff "Coronavirus" handelt es sich eigentlich nicht um ein spezielles Virus, sondern um eine Unterart bzw. Gattung der Viren, die allgemein als Coronaviren beschrieben werden. Auch SARS gehörte zu dieser Gattung der Coronaviren.

Und wie vor über 15 Jahren SARS ist auch das aktuelle Coronavirus laut WHO ein Gesundheitsnotstand. Damit ein solcher gegeben ist, muss ein außergewöhnlicher Krankheitsausbruch vorliegen, der ernsthaft, plötzlich, ungewöhnlich oder unerwartet ausfällt und die Gesundheit von Menschen über die Grenzen des betroffenen Staates hinaus zu gefährden droht. Ein Umstand, der beim Coronavirus vorliegt, da es sich beim Virus 2019-nCoV (so die exakte Bezeichnung) um ein bislang unbekanntes Virus handelt, sodass medikamentöse Gegenmaßnahmen und Präventionen bislang nur stark eingeschränkt möglich sind.

Auswärtiges Amt empfiehlt, "nicht zwingende Reisen" nach China zu unterlassen

Eine förmliche Reisewarnung für China insgesamt gibt es bislang aber nicht – sondern lediglich „verschärfte Reise- und Sicherheitshinweise“ bzw. eine Teilreisewarnung, die sich nicht auf China insgesamt sondern die Provinz Hubei bezieht. Das Auswärtige Amt Rät angesichts des Coronavirus jedoch auch darüber hinaus, „nicht zwingende Reisen nach China zu verschieben oder zu unterlassen“.

Laut den aktuellen Zahlen sind über 20.000 Menschen in China infiziert. Über 400 davon verstarben bereits an den Konsequenzen des Virus, was in etwa einer Mortalitätsrate von 2% entspricht. Eingedenk der neuartigen Natur des Virus 2019-nCoV mag das beunruhigend wirken. Allerdings bleibt festzuhalten, dass das Aufsehen weit geringer wäre, wenn es lokal nicht so konzentriert auftreten würde (so gab es bislang nur zwei Todesfälle außerhalb Chinas).

Gemeine Influenza Grippe ist nicht weniger tödlich

Fakt ist, dass jede alljährlich wiederkehrende Grippewelle ganz ähnliche Herausforderungen mit sich bringt. Die zugrundeliegenden Viren verändern ihre Struktur stetig und bedingen somit neue pharmazeutische Gegenmaßnahmen. Laut einer US-Studie von 2017, deren Resultate unter anderem  in der Pharmazeutischen Zeitung aufgegriffen wurden, sterben jährlich weltweit vermutlich zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion. Also an exakt derselben Komplikation, wie sie beim Coronavirus 2019-nCoV gegeben ist.

Das soll nicht insofern beschwichtigen, dass man nun die nächsten Schulferien demonstrativ in China zubringen sollte. Es verdeutlicht aber, dass die Herausforderungen durch das Coronavirus keine grundsätzlich neuen sind. Und auch dass die Zahlen bislang nichts Schlimmeres implizieren als das, was sich alljährlich ohnehin schon auf dem Globus abspielt. Zumal diese Zahlen sich stark durch benachteiligte Personengruppen (alte, anderweitig Immungeschwächte und in Armut lebende Personen) speisen.

Quellen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/china-node/chinasicherheit/200466