Onlinehandel 2020 rechnet mit Umsatzwachstum

Onlinehandel

In den vergangenen Jahren konnte der Onlinehandel auch in Deutschland immer größere Marktanteile für sich gewinnen und dabei den Umsatz pro Jahr um etwa zehn Prozent steigern. Die Analysten des Handelsverbands Deutschland (HDE), die im Online Monitor (PDF) regelmäßig einen Überblick über den E-Commerce in der Bundesrepublik geben, gehen davon aus, dass diese Entwicklung auch im Jahr 2020 anhalten wird. Während im vergangenen Jahr noch knapp 58 Milliarden Euro im B2C-Geschäft online umgesetzt wurden, ist laut dem HDE also ein Umsatz von mindestens 64 Milliarden Euro realistisch.

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80 Milliarden Umsatz bis 2021

Das Institut für Handelsforschung (IFH) prognostiziert im Branchenreport Onlinehandel sogar noch ein deutlich höheres Umsatzwachstum. Abhängig von der Entwicklung der Dynamik sind inklusive Umsatzsteuer bis zum Jahr 2021 laut der Prognose zwischen 70,1 Milliarden Euro und 97,5 Milliarden Euro Umsatz möglich. Eine Umsatzsteigerung auf mehr als 100 Milliarden und damit eine Verdoppelung in unter fünf Jahren kann damit durchaus als realistisch betrachtet werden. Mehr als ein Drittel dieser Umsätze entfällt wie laut dem Onlineportal Statista.de davon auch weiterhin auf die zehn größten Händler, angeführt von Amazon, Otto und Zalando.

Global ähnliche Entwicklung

Auch global betrachtet ist mit einer ähnlichen Entwicklung zu verzeichnen. Der im Jahr 2019 erzielte Umsatz von 3.535 Milliarden US-Dollar wird sich laut verschiedenen Marktforschungsinstituten bis 2023 auf etwa 6.500 Milliarden US-Dollar steigern. Sollte diese Prognose eintreffen, würde dies wie in Deutschland einer Verdoppelung der Umsätze in nur fünf Jahren bedeuten. Der mit Abstand größte Wachstumsmarkt bleibt auch im laufenden Jahr China, das in den vergangenen Jahren den Umsatz jeweils um mehr als 20 Prozent steigern konnte.

Giganten aus China expandieren nach Europa

Die im Reich der Mitte gegründeten Giganten Alibaba und JD.com, die in Europa bisher fast ausschließlich für „Ramschwaren“ bekannt waren, haben, um ihr schnelles Wachstum auch weiterhin sicherstellen zu können, angekündigt, dass ihre geplante Expansion in die USA und nach Europa 2020 mit hoher Geschwindigkeit fortgesetzt wird.

Richard Liu; Gründer und Vorstandschef von JD.com erklärte in einem Interview , dass die in China etablierten Geschäftsmodelle sich auch in Europa umsetzen lassen. Derzeit baut das E-Commerce-Unternehmen, das in China mit einem Jahresumsatz von 80 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr mehr Umsatz generiert hat als der gesamte deutsche Onlinehandel, um gegen Amazon und Co. gewappnet zu sein bereits eine Logistikinfrastruktur in Europa auf.

Onlinehandel wird auch für B2B Geschäfte wichtiger

Laut einer Studie der Universität Regensburg (PDF) haben im Jahr 2018 bereits 50 Prozent der Unternehmen online Bestellungen bei bekannten Geschäftspartnern und 30 Prozent der Unternehmen bei ihnen zuvor unbekannten Onlineshops aufgegeben. Trotzdem betreiben nur 58 Prozent aller Unternehmen in Deutschland einen eigenen B2B-Onlineshop, von denen nur ein Viertel signifikante Umsätze erzielt. Dr. Georg Wittmann von ibi Research erklärt daher, dass „B2B-E-Commerce noch ein enormes Potenzial besitzt.“

Die zunehmende Digitalisierung, die in traditionellen Branchen erst langsam Einzug hält, wird auch im B2B-Onlinehandel in 2020 für deutlich steigende Umsätze sorgen, die möglicherweise aufgrund der geringeren Marktsättigung sogar die Wachstumsraten des B2C-Onlinegeschäfts übertreffen könnten.