Ramazan-Avci-Platz am S-Bahnhof Landwehr eingeweiht / Namensgebung und Gedenktafel erinnern an Opfer rechtsextremer Gewalt in Hamburg

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(BPP) Um ein sichtbares Zeichen des Gedenkens an die Opfer rechtsextremer Gewalt zu setzen, ist der Vorplatz am S-Bahnhof Landwehr heute in einem feierlichen Akt in „Ramazan-Avci-Platz“ umbenannt worden. Der Hamburger Senat hatte im August 2012 den Beschluss hierzu gefasst. Zudem erinnert seit heute eine Gedenktafel der Bezirksversammlung Hamburg-Nord an Ramazan Avci.

Ramazan Avci wurde am 21. Dezember 1985 im Alter von 26 Jahren von Jugendlichen aus der rechtsextremen Skinheadszene in unmittelbarer Nähe des Bahnhofsvorplatzes angegriffen. Er verstarb wenige Tage später am 24. Dezember 1985 an den Folgen des Angriffs. Bereits zum 25. Jahrestag des Überfalls im Dezember 2010 hatte sich eine Gedenkinitiative für Ramazan Avci gegründet. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat im August 2012 entschieden, den Vorplatz am S-Bahnhof Landwehr, dem Ort des tödlichen Angriffs, nach Ramazan Avci zu benennen. In einem feierlichen Akt haben heute Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Dr. Dorothee Stapelfeldt, der Generalkonsul der Republik Türkei Devrim Öztürk, der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord Harald Rösler sowie Ünal Zeran von der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci den neuen Platz eingeweiht. Im Anschluss wurde eine Gedenktafel durch die Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Nord Dagmar Wiedemann und Gülistan Ayaz, die Partnerin des Verstorbenen, enthüllt.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Zweite Bürgermeisterin: „Mit der Umbenennung setzt Hamburg ein sichtbares Zeichen des Gedenkens an die Opfer rechtsextremer Gewalt. Der Ramazan-Avci-Platz wird künftig an einen Mann und liebevollen werdenden Vater erinnern, der von rechtsextremen Gewalttätern getötet wurde. Der neue Name des Platzes mahnt uns alle, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzugehen und für ein tolerantes und offenes Hamburg einzustehen.“

Devrim Öztürk, Generalkonsul der Republik Türkei: “Das Generalkonsulat der Republik Türkei in Hamburg begrüßt im Namen der türkischen Gemeinde die Benennung des Ramazan-Avci-Platzes. Die Reaktionen der Bundes- und Landespolitik, der Medien, der Behörden und der Bürger angesichts von Neonazi-Terror und Rassismus, die eine große Bedrohung für die Gesellschaft sind, sowie die Demonstrationen gegen Neonazis sind ein wichtiger Faktor, um hoffnungsvoll in die Zukunft blicken zu können.”

Harald Rösler, Leiter des Bezirksamts Hamburg-Nord: „Wir brauchen eine aktive Erinnerungsarbeit und  für die Interpretation der Gegenwart das Wissen um die Vergangenheit. Erinnerungsorte wie diese tragen zu der notwendigen Wachsamkeit und zu dem Wissen bei, dass es keine Zukunft ohne das Wissen um die Vergangenheit gibt.“

Ünal Zeran, Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci: „Erinnern kann nur gemeinsam mit den Opfern rassistischer Taten und deren Familienangehörigen gelingen. In Zusammenarbeit mit allen Fraktionen der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, dem Hamburger Senat sowie der Familie Avci, haben wir heute einen wichtigen Schritt erreicht. Nun geht es darum, gemeinsam die Umgestaltung des Ramazan-Avci-Platzes anzugehen.“

Die Rasenfläche auf dem Platz wird im kommenden Frühjahr zusammen mit der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci mit Rosen aus seiner Heimatregion Isparta neugestaltet.

Dr. Alexander von Vogel
Behörde für Wissenschaft und Forschung
Pressesprecher
Tel: 040/42863-2322
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Peter Hansen
Bezirksamt Hamburg-Nord
Pressesprecher
Tel: 040/42804-2655
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