Sodann: Gedenkstätte KZ Sachsenburg institutionell fördern

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Sodann: Gedenkstätte KZ Sachsenburg institutionell fördern Franz Sodann - franzsodann.de
(BPP) Zum Antrag der Linksfraktion „Gedenkort KZ Sachsenburg erhalten und ausbauen - Erinnerung an die Naziverbrechen in einem der ersten sogenannten Schutzhaftlager in Sachsen wachhalten“ (Parlaments-Drucksache 6/10439) erklärt Franz Sodann, Kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag: Nirgends war die Dichte der „Frühen Konzentrationslager“ mit 103 Lagern in 80 Städten höher als in Sachsen, auch gab es 62 Außenlager der KZs Flossenbürg, Groß Rosen und Buchenwald. Für dieses dunkle Vermächtnis sächsischer Geschichte gibt es keinen zentralen Erinnerungs- und Bildungsort. Dabei kommt dem KZ Sachsenburg als einem der ersten eine besondere Rolle zu, es bildete die Grundlage für die späteren Konzentrations- und Vernichtungslager. SA und SS inhaftierten zwischen 1933 und 1937 mehr als 16.000 Menschen, 7.000 sind mittlerweile namentlich bekannt, so z.B. Bruno Apitz, Walter Janka, der Vater von Heiner Müller. SA und SS folterten und ermordeten, darunter Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen. So auch auf bestialischste Art den Landtagsabgeordneten der SPD, Journalisten und Redakteur Dr. Max Sachs. Bei der Obduktion dieses beleibten Mannes fand man handtellergroße blaue Flecke, welche bis auf die Knochen blutunterlaufen waren, Verbrühungen und Schnittwunden.  Die Lagerleitung gab als Todesursache Herzstillstand an. Auch wurden in Sachsenburg SS-Wachmannschaften ausgebildet, welche ihr erlerntes Folterwissen u.a. nach Buchenwald und Sachsenhausen exportierten. Teils übertraf die Zahl der Wachanwärter die Zahl der Häftlinge.

Schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde eine Gedenkausstellung in der Spinnfabrik eingerichtet. 1968 wurde ein Mahnmal, welches zum Glück bis heute besteht, eingeweiht. In Zeiten der politischen Wende, also Anfang der 90er Jahre, wurde die Spinnerei geschlossen, das Gelände verkauft und die darin enthaltene Ausstellung geschlossen. Seither passiert seitens des Landes leider nichts oder nicht viel. Seit 26 Jahren bemühen sich Initiativen darum, die Gedenkstätte wieder aufzubauen, pflegen das gefährdete Gelände und haben den Zellentrakt wieder begehbar gemacht und eine Ausstellung auf die Beine gestellt. Seit 6 Jahren ist das KZ Sachsenburg in das Gedenkstättenstiftungsgesetz aufgenommen.

Ich glaube, im Grunde gibt es zwischen den demokratischen Fraktionen dieses Hauses keinen Dissens, was die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der Stiftung Sächsischer Gedenkstätten betrifft und damit auch das Ziel, die Gedenkstätte KZ Sachenburg in eine institutionell geförderte Einrichtung zu überführen. Dem entspräche die Zustimmung zum Antrag.

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesPressePortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.