Kagelmann zum Welttierschutztag: Tiergerechtigkeit herstellen – Haltungssysteme den Nutztieren anpassen, nicht umgekehrt

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(BPP) Zum heutigen Welttierschutztag erklärt Kathrin Kagelmann, tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Der Welttierschutztag am 4. Oktober ist eine gute Gelegenheit, auf die Situation des Mitgeschöpfes Tier in Sachsen zu blicken. Während die sächsische Staatsregierung für sich keinen Handlungsbedarf erkennen will, weil „die Tiergerechtigkeit der Haltungsverfahren gegeben (ist), wenn die rechtlichen Anforderungen nach dem Tierschutzgesetz und der Tierschutzhaltungsverordnung eingehalten sind“ (Antwort der Staatsregierung auf die Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Strukturen der Tierhaltung und Stand des Tierschutzes in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung in Sachsen“ – Landtags-Drucksache 5/6292), wird in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch das Tier den Haltungssystemen angepasst anstatt umgekehrt.

Das heißt:  Das betäubungslose Kupieren von Schwänzen bei Schweinen, das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen und Puten, das Enthornen bei Rindern  ist immer noch gängig und verursacht bei Tieren unnötige Schmerzen und Leiden. Dies ist ein Tribut an eine auf Masse getrimmte, intensive landwirtschaftlichen Produktion, aber auch eine Reaktion auf einen weiter steigenden Fleischverbrauch. Tierrechte verkommen da zum bloßen Kostenfaktor und Wettbewerbsnachteil.

Die in diesem Herbst anstehende Änderung des Tierschutzgesetzes im Bundestag und –rat ist eine Gelegenheit für sächsische Parlamentarier, sich für die Umsetzung des Staatsziels Tierschutz einzusetzen. Unabhängig davon sollte Sachsen über eine gezielte Fördermittelpolitik bereits heute Investitionen in besonders tiergerechte, über gesetzliche Mindeststandards hinausreichende Haltungsverfahren honorieren und damit Tierhalter unterstützen, die sich für mehr Tierschutz stark machen.

Marcel Braumann
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
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