Anita Klahn: Wir schaffen mehr DaZ-Angebote für eine individuellere Förderung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Anita Klahn: Wir schaffen mehr DaZ-Angebote für eine individuellere Förderung Anita Klahn - FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag
(BPP) In ihrer Rede zu TOP 32 (Integration durch gute „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ)-Angebote) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn: „Sprache ermöglicht uns, dass wir unser Gegenüber kennenlernen. Indem wir miteinander sprechen, kommen wir in einen Austausch und merken, was uns voneinander trennt, aber auch, was uns miteinander verbindet. Fehlt die Möglichkeit, miteinander zu sprechen, etwa weil wir die Sprache des anderen nicht beherrschen, dann wird dieser Weg des sich Näherkommens nicht versperrt, zumindest aber deutlich holpriger. Sprache ist auch ein Medium, um die Welt zu erfassen. Die Sprache eines Landes zu beherrschen ist deshalb wichtig, um dessen Kultur und dessen Menschen besser zu verstehen. Aus diesen Gründen ist die Vermittlung der Sprache wichtiger Bestandteil der Integration. Wenn wir möchten, dass sich Zuwanderer, Flüchtlinge und Deutsche einander annähern, und wenn wir wollen, dass alle Menschen, die in Deutschland leben, die Möglichkeit haben sollen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dann müssen wir etwas dafür unternehmen, die Deutsch als Zweitsprache-Angebote, die es bereits gibt, weiter zu verbessern ‒ erst Recht, weil sie geschaffen wurden, um Kindern und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft einen erfolgreichen Bildungsweg zu ermöglichen.

Und es gibt tatsächlich einen nicht unerheblichen Bedarf für eine solche Förderung in Schleswig-Holstein. Nach den letzten Erhebungen nutzen rund 6000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen DaZ-Angebote in der Basisstufe. In dieser Stufe werden Kinder mit keinen oder nur sehr geringen Deutschkenntnissen unterrichtet. Es gibt also eine ganze Menge Schülerinnen und Schüler, die in den DaZ-Klassen überhaupt erst die Grundlagen der deutschen Sprache lernen.

Wie groß der Bedarf eigentlich ist, wird aber erst deutlich, wenn man noch die Schülerinnen und Schüler in den Aufbau- und Integrationsstufen hinzu-zählt ‒ und die rund 5000 Jugendlichen, die an berufsbildenden Schulen und Regionalen Bildungszentren DaZ-Kurse besuchen. Um dem erheblichen Bedarf an DaZ-Kursen gerecht zu werden und differenziertere Lehrangebote anbieten zu können, werden 252 zusätzliche DaZ-Lehrkräfte angestellt. Einige Schülerinnen und Schüler habe bisher einfach keine oder zu wenig und zu unspezifische Förderung erhalten.

So gibt es Schüler mit sonderpädagogischen Bedarf, die bislang nur unzureichend von DaZ profitierten. Im Sinne einer funktionierenden Inklusion wollen wir künftig auch an sie denken und schaffen 31 zusätzliche Stellen für die DaZ-Förderung im Bereich "Sonderpädagogik". Wegen mangelnder Deutschkenntnisse sollte es auch keinem Kind und keinem Jugendlichen verwehrt sein, eine Schule in freier Trägerschaft zu besuchen. Es gibt solche Fälle. Wir bitten deshalb die Landesregierung zu prüfen, inwieweit es möglich und sinnvoll ist, dass auch an diesen Schulen DaZ-Unterricht angeboten wird. Niemand sollte vergessen, keiner sollte zurückgelassen werden.

Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass auch fachspezifische DaZ-Angebote geschaffen werden sollten. Für Mathematik benötigt man etwa einen Spezialwortschatz, der in der Alltagswelt nur selten gebraucht wird. Zum nächsten Schuljahr wird es deshalb reine DaZ-Kurse für Mathematik geben. Schwierig wird es natürlich, die deutsche Sprache zu vermitteln, wenn Grundkenntnisse des Lesens und Schreibens fehlen ‒ daher wird es DaZ-Kurse mit dem Schwerpunkt auf der Alphabetisierung geben.

Die Aussprache dieses Antrags im Plenum wurde leider einige Male verschoben, doch darf man deshalb dessen Bedeutung nicht unterschätzen. Mit ihm schafft die Jamaika-Koalition bessere Voraussetzung für die Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, ihren individuellen Lebensweg frei und selbstbestimmt zu gestalten.“

Quelle: FDP- Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesPressePortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.