Konjunkturzyklus

Konjunkturzyklus

Der Konjunkturzyklus stellt die Veränderungen im Wachstum der Produktion dar und besteht aus den Phasen Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung und manchmal Depression. Diese Phasen kehren in zyklischen Abständen in Form von Wellenbewegungen des Wachstums wieder. Dabei geht es weniger um Wellen des Wachstums als der Wachstumsraten. Legt man einen Schnitt durch die Wellen der Wachstumsraten eines Konjunkturzyklus, entsteht eine aufsteigende diagonale Linie. Die Phasen werden durch das Wachstum fördernde Maßnahmen beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

Einflussfaktoren auf die Konjunkturzyklen

Die Brüche im Konjunkturverlauf scheinen zwar kaum vollständig abwendbar zu sein. Sie können jedoch abgeschwächt werden und gerade die schwerwiegendste Folge negativer Konjunkturverläufe, die Arbeitslosigkeit, wurde im Euroraum unter Kontrolle gehalten. Der Konjunkturverlauf kann durch äußere Einflussnahmen beeinflusst werden. Akteure sind hier die Europäische Kommission, nationale und regionale Regierungen sowie die Zentralbanken. Die wichtigsten dieser Faktoren sind:

  • Niedrige Zinsen begünstigen Investitionen
  • Die Geldmenge beeinflusst die Zinshöhen, die Inflation, die Nachfrage und damit das Wachstum
  • Die Qualität der Produkte begünstigt die Exportquote und damit die Unabhängigkeit von der Binnenkonjunktur
  • Steuersenkungen begünstigen das verfügbare Unternehmenseinkommen und damit die Investitionen
  • Staatliche Investitionen erzeugen Nachfrage und damit Wachstum

Die Exportquote gibt das Verhältnis von Export und BIP an. Sie beträgt in Deutschland bei 47 %, in Frankreich und Italien nur bei etwa 30 %. Ein wichtiger Einflussfaktor in Deutschland ist der Export. Deutschland hat eine der höchsten Exportquoten der Welt.

Störungen im Konjunkturzyklus

Zu den wichtigsten Begründern der Theorie des Konjunkturzyklus gehörte der österreichisch-amerikanische Ökonom Joseph Schumpeter, der schon 1911 die ersten bahnbrechenden Erklärungen für den Konjunkturzyklus lieferte. Er behauptete, der Zyklus beruhe auf der Störung des Gleichgewichts im Wirtschaftskreislauf durch Unterschiede im unternehmerischen Handeln in Bezug auf Innovationen begründet sei. Schumpeters Theorie hatte drei zentrale Elemente:

  1. Unternehmerische Innovationen können zyklische Wachstumsprozesse erzeugen.
  2. Innovationen können den Kapitalwert etablierter Konzerne verändern.
  3. Innovationen sind von unterschiedlicher Tragweite und können das Erscheinungsbild der Wirtschaft grundsätzlich verändern.

Der Einfluss von Innovationen auf den Konjunkturzyklus wurde von anderen Wissenschaftlern bestritten. Teile seiner Theorien haben sich objektiv bewahrheitet. So zeigte Schumpeter auf, dass Innovationen visionärer Unternehmer den Wert eingeführter Konzern beeinträchtigen kann. Ein empirisches Beispiel der Gegenwart dafür ist der große Erfolg von Tesla mit dem Elektroauto. Tatsächlich verändert sich im Zyklus das Gleichgewicht wirtschaftlicher Größen vom Lohn bis zum Zins, das sich im Zyklus immer wieder anpasst und nach einem neuen Gleichgewichtszustand strebt. Schumpeters Ideen werden heute noch in den Wirtschaftswissenschaften behandelt und bleiben eine wichtige Quelle der Erforschung von Konjunkturzyklen.

Moderne Konjunkturtheorie

Konjunkturtheorien sind keine objektiven Erklärungen; sondern der Versuch, Konjunkturzyklen zu deuten. Keynes, der auch auf staatliche Intervention setzte, war wohl der wichtigste Meilenstein in der Theorieentwicklung des 20. Jahrhunderts. Bis heute bleibt die Rolle des Staates ein wichtiges Element der Konjunkturtheorie. Rein monetäre Theorien erklären die Zyklen nur durch die Veränderung der Geldmengen. Eine erhöhte Geldmenge in Verbindung mit gesunkenem Zins löst Investitionen und Wachstum aus. Das ist die beobachtbare Grundlage der Aktivitäten der EZB. Dennoch kann die monetäre Theorie wohl diesen Effekt, nicht aber einen ganzen Konjunkturzyklus hinreichend erklären. Deshalb beziehen andere Theorien weitere Faktoren verstärkt ein. Die Überinvestitionstheorie begründet die Konjunkturschwankungen mit einer veränderten Nachfrage nach Konsumgütern. Danach führen zu viele Investitionen in einer Aufschwungphase beim Nachlassen der privaten Nachfrage zu Überkapazitäten und deinem Abschwung. Die marxistische Konjunkturtheorie begründet die Zyklen mit der Krisenhaftigkeit der kapitalistischen Wirtschaft. Konjunkturmodelle basieren auf mathematischen Erklärungsmustern.